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CeBIT: No Panic!

Stell Dir vor, es ist CeBIT und keiner merkt’s. Nun ja, ganz so schlimm steht’s noch nicht um die „größte Computermesse der Welt“, schließlich hängt ja bei uns beim Griechen an der Ecke immerhin ein Plakat, mit dem auf Englisch Messebesucher begrüßt werden. Aber ihre enorme Bedeutung in der hannoverschen Öffentlichkeit hat sie dennoch mittlerweile verloren. Ja, selbst das Wetter spielt nicht mehr mit. Gab es früher traditionell CeBIT-Schmuddelwetter mit Schnee oder zumindest Schneeregen, scheint nun fast den ganzen Tag die Sonne und die Hannoveraner gehen in die Eiscafés und nicht auf das Messegelände zu Big Data, Datability, Cloud und Blumenkohl. Was man ja angesichts der hohen Eintrittspreise verstehen kann. Die Kaufleute wollen halt auf dem Gelände in Laatzen-Nord bei ihren Geschäften nicht gestört werden.

Früher dagegen konnte man in der Stadt die CeBIT nicht übersehen. Schon Wochen vorher fuhren beispielsweise die hannoverschen Taxis mit Werbeslogan durch die Gegend wie „Solutions for Office Sleepers“ (deutsch: Kreative Lösungen für Büroinsassen) oder „Windows 95 – The Future was Yesterday“ (95 Fenster – Morgen ist auch noch ein Tag). Das waren noch eingängige Parolen. Heute wird stattdessen mit Begriffen um sich geworfen, die erstens keiner aussprechen kann und zweitens auch keiner versteht. Und die man daher lieber erst gar nicht auf Taxis klebt. Außerdem gab es jeden Abend über die Stadt verteilt Messepartys, selbst in den Kneipen in unserer Oststadt drängten sich nachts ausländische Besucher und die Restaurants waren sowieso rappelvoll.

Auch im Computernetz war stets der Teufel los. CeBIT-Aussteller schrieben Blogs wie das legendäre „Panic at the CeBIT“, in dem man lesen konnte: „Heute Morgen war der Chef schon da. Aber nur für eine halbe Stunde. Dann ist er wieder gegangen und hat die Hostess mitgenommen.“ Oder: „Gestern Abend war die Standparty. War toll. Habe das Hotel nicht mehr gefunden und in einem Sessel auf dem Stand geschlafen.“ Und heute werden stattdessen auf Twitter oder Facebook unscharfe Bilder vom leeren Frühstückstisch veröffentlicht. Oder von Standmitarbeitern, die ziemlich verloren in der Gegend herumstehen. Und zu ach so brisanten Messeveranstaltungen heißt es nur lapidar: „Außer der Marketing-Abteilung und Journalisten interessiert eh niemand das nächste Blabla.“ Da bleib ich doch lieber gleich zuhaus’.

 

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Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,
  1. März 11, 2014 um 10:28 am

    Danke für diesen so treffenden Artikel über die CeBIT.
    Aber jetzt werden die Datenströme durch das Netz wieder sicher habe ich gelesen.;-)

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