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Kirchenbau

Gott sei Dank, es ist vollbracht. Außer der Wurst hat also alles doch ein Ende, sogar die Bauarbeiten an unserer Oststädter Dreifaltigkeitskirche. Los ging es bröckelnd vor fast sechs Jahren mit gefährlichem Steinschlag im Eingangsbereich der Kirche, der eine totale Renovierung der Außenfassade samt Turm notwendig machte. Stein für Stein des maroden Gemäuers wurden dabei ausgetauscht. Es wurde gefräst, gebohrt und gehämmert, was zeitweise einen solch unchristlichen Höllenlärm verursachte, dass wohl nicht nur ich, der direkt gegenüber der Kirche wohnt, bisweilen teuflische Gewaltphantasien bekam: Wommm!

Wobei ein totaler Abriss mit anschließendem Neubau der Kirche wohl tatsächlich schneller gegangen wäre. So war in dieser Zeitung zu lesen, dass der Bau der Dreifaltigkeitskirche im 19. Jahrhundert gerade einmal drei Jahre gedauert hat; und zwar von 1880 bis 1883. Die Hälfte also dieser jetzt vollzogenen Ausbesserungsarbeiten! Und vom Lärm her wäre vermutlich auch kein großer Unterschied gewesen. Außerdem, das weiß ich nun dank Google, hätte es echte Alternativen gegeben – beispielsweise die Anschaffung einer aufblasbaren Kirche. Und die lassen sich, wenn es mal nötig ist, sogar geräuschlos mit Klebeband reparieren.

Was mir von der langen Bauzeit auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, ist der irre Sprayer, der am errichteten Gerüst hochgeklettert war, um auf die Kirchturmuhr die mahnenden Worte zu schreiben: Zeit ist Geld. Und die ungeheure Pünktlichkeit der deutschen Bauarbeiter. Egal, was auch immer anlag, ob es regnete, stürmte oder schneite, um Punkt 16 Uhr ließen sie den Hammer, den Bohrer und den Fräser fallen und machten Feierabend. Da konnte man wirklich die Uhr nachstellen. Leider begannen sie genauso pünktlich morgens kurz nach sieben mit ihrer meist unsäglich lauten Arbeit, die mich als Heimarbeiter beim Schreiben oft an den Rand des Irrsinns trieb – siehe aufblasbare Kirchen.

Natürlich gab es auch Verzögerungen bei diesem Bauprojekt. So hatte der zuständige Pastor im November des vergangenen Jahres etwas voreilig versprochen, dass die Ausbesserungsarbeiten noch vor dem Weihnachtsfest beendet sein. Drei Monate länger hat es dann also doch gedauert, aber das ist ja ein Fliegenschiss im Vergleich zum offenbar gottlosen Berliner Flughafen. Und zur sündhaft teuren Hamburger Elbphilharmonie.

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