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Unter Verdacht – Mutterseelenallein

Am Ende gönnt sich die Kriminalrätin Eva Prohacek (Senta Berger) eine Zigarette. Und das werden wohl ausnahmsweise auch die größten Nikotin-Gegner verstehen, die sonst bei jedem gerauchten Glimmstängel in einem deutschen Fernsehfilm sofort böse Beschwerdebriefe an den verantwortlichen Intendanten schreiben. Doch der hier gezeigte Fall ist nicht nur für die Münchner Ermittlerin erschreckend deprimierend, auch dem Zuschauer wird er an die Nieren gehen. Und dass der Beitrag aus der ZDF-Reihe „Unter Verdacht“ ihm nicht völlig den verdienten Feierabend verhagelt, liegt an der bis zum Schluss spannenden Geschichte. An der vorzüglichen österreichischen Schauspielerin Ursula Strauss, die sonst oft eher komödiantische Rollen spielt, hier aber eine vermeintliche Kindsmörderin verkörpert. Und liegt an der kleinen hübsch satirisch angehauchten Parallelhandlung, in der es um bayrische Vetternwirtschaft geht.

Im Mittelpunkt steht in „Mutterseelenallein“ (Regie: Martin Weinhart, Drehbuch: Stefan Holtz, Florian Iwersen) jedoch der mysteriöse Tod eines neunjährigen Jungen, der erhängt in seiner Wohnung aufgefunden wird. Da ein Selbstmord bei einem so jungen Kind eher unwahrscheinlich ist, gerät schnell die alleinerziehende Mutter unter Verdacht. Und auch das zuständige Jugendamt trägt womöglich eine Mitschuld, weil den Sachbearbeitern bekannt gewesen ist, dass die Mutter des Kleinen große Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags gehabt hat. Prohacek und ihr Mitarbeiter Langner (Rudolf Krause) werden bei ihren Ermittlungen schnell konfrontiert mit einer bedrückenden Atmosphäre aus Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depression und fast schon kollektiver Überforderung. Und sie wirken dabei ratlos, wie lange nicht mehr in einem ihrer Fälle (den arte wie immer in einer Vorpremiere zeigt).

Natürlich wird auch hier der Kriminalfall, wenn man ihn überhaupt so nennen mag, am Ende aufgeklärt. Aber selbst das löst nicht die Beklemmungen, die die Geschichte bei allen Beteiligten erzeugt hat – auch und gerade bei den Zuschauern.

Arte, 11.04.2014, 20:15 Uhr
Arte, 19.04.2014, 00:05 Uhr

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