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Dom Hemingway

Fans – vor allem die weiblichen – von Jude Law müssen jetzt ganz stark sein. Der englische Schauspieler hat für die Titelrolle in „Dom Hemingway“ sich gleich mehrere Kilos angefuttert, was er im Film nackt durch einen Olivenhain schreitend auch unübersehbar vorführt. Und er trägt zudem einen doch recht merkwürdigen Backenbart, wie er vor 50 Jahren vielleicht mal modern gewesen ist. Auch ansonsten ist Laws Figur ein gewöhnungsbedürftiger Typ: Dom trinkt wie ein Loch, neigt dann zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen. Spricht in der Originalfassung im Dialekt eines typischen Londoner Ganoven, flucht unentwegt und benutzt dabei rekordverdächtig oft das Wörtchen „Fuck“. Und gleich in der Anfangsszene, noch im Gefängnis, hält dieser aus der Zeit gefallene Macho tatsächlich im Stil eines Shakespeare Helden eine unglaubliche Laudatio auf seinen Penis, während ein Mithäftling ihm gerade einen Blowjob verpasst.

Kurz danach wird Dom jedoch auf freien Fuß gesetzt – nach 12 langen Haftjahren, und der einstige Safeknacker hat gleich mehrere Rechnungen offen, beispielsweise mit dem gar nicht mehr so neuen Freund seiner längst verstorbenen Ehefrau. Und vor allem mit seinem ehemaligen, inzwischen schwer reichen Gangsterboss Fontaine (Damian Bichir), den er bei seiner damaligen Verhaftung nicht verraten hat, obwohl ihm das mehrere Jahre im Knast erspart hätte. Mit seinem guten Kumpel Dickie (Richard E. Grant) reist Dom nach Südfrankreich zu Fontaine. Und da dieser weiß, dass er ihm noch etwas schuldig ist, zahlt er ihm eine üppige Entschädigung. Alles scheint bestens, was bei Bier, Weib und Gesang auch gehörig gefeiert wird, doch dann geschieht ein Autounfall, der für Dom fatale Folgen hat.

Sein dann folgender verzweifelter Versuch, wieder auf die Beine zu kommen, ist bisweilen tragisch, meist jedoch schwarz humorig in Szene gesetzt. Doch wer dieser ambivalenten Figur nichts abgewinnen kann, wird Richard Shepards Gangsterfilm auch nicht mögen. So sehr konzentriert sich der Regisseur auf seinen Hauptdarsteller, vernachlässigt dabei die durchaus interessanten Nebenfiguren. Und auch die erzählte Story gibt nicht allzu viel her. Aber als One-Man-Show eines wirklich guten Schauspielers ist der Film alles in allem durchaus sehenswert.

Dom Hemingway, Regie: Richard Shepard, Großbritannien 2013, 93 Min., FSK: 16

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