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TV-Kritik: Science Busters

Manchmal hat das öde Sommerloch, in dem das Fernsehen gerade zu versinken droht, auch seine guten Seiten. Da sich auf 3sat das werktägliche Wissenschaftsmagazin nano für einige Zeit in den Sommerurlaub verabschiedet hat, kommen auf seinem Sendeplatz, um 18.30 Uhr, von heute an auch deutsche Zuschauer endlich in den Genuss des wunderbaren österreichischen Wissenschaftskabaretts Science Busters. Ein Trio, das bereits 2007 gegründet worden ist und in unserem Nachbarland auch wegen seiner vielgesehenen Fernsehauftritte längst eine kleine Institution ist. Auch im Internet auf der Videoplattform YouTube ist die Truppe sehr präsent. Und inzwischen gibt es auch Bücher und DVDs des populären Ensembles.

Auf 3sat werden vom 21.07. an in insgesamt 13 Sendungen – auch für absolute Laien und für Nicht-Österreicher verständlich – auf witzige Art die letzten drängenden Fragen der Menschheit beantwortet – von keinen Geringeren als den beiden Wiener Professoren Heinz Oberhummer (Theoretische Physik) und Werner Gruber (Experimentalphysik) sowie dem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Kabarettisten Martin Puntigam. Gleich zum Auftakt entzaubert das Trio die angeblich wundersame Wirkung von Superjoghurt beispielsweise bei Blähbauch. Und vom 73jährigen und dabei dennoch stets wie ein Derwisch über die Bühne tobenden Oberhummer erfährt der Zuschauer, dass dieses Wunderlebensmittel fast gar nichts bewirkt. Es sei denn, man führt es rektal ein. Und das macht wohl kaum einer.

Selbst Leute, die bei so vermeintlich anrüchigen Themen sofort die Nase rümpfen, werden hier wegen der ansteckend lustigen Ausführungen ihren Spaß haben. Auch bei der anschließend vom rundlichen Gruber aufgeworfenen Frage: Was hilft besser gegen Durchfall: Cola oder Facebook? Alte Hausmittel sind, erfährt der Zuschauer, jedenfalls völliger Unsinn, genau wie Anti-Durchfall-Pillen. Und was wirklich hilft, ist so abwegig, dass wir es hier vorab nicht verraten möchten. Daneben werden in der Auftaktfolge auch gleich noch die Bachblüten-Therapie als unsinniger Hokuspokus vorgeführt – Resümee: Viele Behauptungen, hohe Kosten, wenig Nutzen. Und man lernt das Conan-Bakterium kennen. Die wahrscheinlich widerstandsfähigste Mikrobe der Welt, die selbst einen Atomkrieg überleben würde und angeblich gar als Speichermedium für digitale Daten taugt. Allerdings gibt es noch keine passenden Lesegeräte.

Das alles wird in einem für Österreicher schon ungewohnt hohen Tempo präsentiert. Wobei die Moderation der Kabarettist Puntigam souverän übernimmt, der die Ausführungen der beiden renommierten Wissenschafter stets mit charmanten, nie penetranten Wiener Schmäh kommentiert. Ähnlich brisant wie in der ersten Folge geht’s dann auch weiter mit fürchterlich ernsten Themen wie „Die Globulisierungs-Falle – Schütteln, verdünnen, absahnen“, „Die Physik des Oktoberfests“, „Hatte der Urknall Hintermänner?“ oder „The Making of a Live-Schweinsbraten“, einem Ausflug in die Kulinarische Physik. Und für den Winter wurden den Science Busters schon Sendetermine auf 3sat zumindest in Aussicht gestellt. Auf einem hoffentlich zuschauerfreundlicheren Sendeplatz. Schließlich müssen sich die Österreicher vor populären deutschen Wissenschaftskabarettisten wie Vince Ebert oder Eckhard von Hirschhausen nicht verstecken. Ganz im Gegenteil! Und dass Physiker sowieso im tiefen Grund ihres Herzens lustige Menschen, weiß jeder, der schon einmal die weltweit erfolgreiche Comedy-Serie „The Big Bang Theory“ geschaut hat.

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