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Archive for August 2014

Guardians of the Galaxy

Hollywood ohne die Superhelden des amerikanischen Comic-Konzerns Marvel ist kaum noch denkbar. Seit Jahren sorgen Blockbuster aus den Reihen „Spider Man“, „X-Men“ oder „The Avengers“ weltweit für Milliarden Einnahmen, sogar die Kritiken fallen meist positiv aus. Und selbst ein eigentlich typisch amerikanischer Stoff wie „Captain America“ kommt international gut beim Publikum an. Nun läuft der neuste Streich aus dem Hause Marvel, das inzwischen Teil des Disney-Imperiums geworden ist, in unseren Kinos an: „Guardians of the Galaxy“. Ein knallbuntes Weltraumspektakel, das recht frei auf einem Comic-Abenteuer aus dem Jahre 2008 basiert. Während es mit dem zuerst 1969 erschienenen Original von Arnold Drake kaum noch etwas zu tun hat. Und inszeniert hat den Streifen der bisher weitgehend unbekannte James Gunn, der bereits jetzt für eine 2017 geplante Fortsetzung als Regisseur und erneut als Koautor verpflichtet worden ist.
Was seine galaktischen Wächter besonders auszeichnet und sie angenehm von anderen Filmen dieses Genres abhebt, ist ihr Humor und dass sie sich selbst nie zu ernst nehmen. Dabei geht’s tieftraurig los: Im Jahre 1988 erhält der kleine Peter Quill (Chris Pratt) am Sterbebett seiner Mutter von ihr ein letztes sorgfältig eingewickeltes Geschenk, das ihn dann unausgepackt und sorgfältig verstaut jahrzehntelang begleiten wird – bis kurz vor Ende dieses Abenteuers. Nach dieser Anfangsszene wird Peter wirklich urplötzlich von Außerirdischen in die Tiefen des Weltalls entführt, wo er sich noch zum Zeitpunkt des Films, genau 26 Jahre später, herumtreibt als Abenteurer und Dieb.
Sein letzter Coup hat jedoch verhängnisvolle Folgen. Neugierig erbeutet Peter eine mysteriös glitzernde Kugel, deren Inhalt unglaubliche Kräfte besitzt. Was unser Dieb allerdings anfangs noch nicht einmal ahnt. Noch bevor er das Glitzerding anschließend an einen Weltraum-Hehler verkaufen kann, sind plötzlich die üblen Schergen des mächtigen Titan Thanos (Josh Brolin) hinter ihm her. Allen voran der finstere Ronan (Lee Pace), der die Killerin Gamora (Zoe Saldana) losschickt, ihm die Kugel zu entreißen. Als sie Peter stellt, kommt es zu einem Handgemenge. In das mischen sich auch die heimlichen Stars des Films ein: Rocket (Stimme: Fahri Yardim), ein fröhlich plappernder Waschbär, der Waffen aller Art liebt. Und sein Kumpel Groot (Stimme: Hans-Eckart Eckhardt), ein mächtiger Baum, dessen Wortrepertoire lediglich aus dem Satz besteht: „Ich bin Groot“. Und es ist erstaunlich, was man damit alles ausdrücken kann.
Bevor die Prügelei zu doll wird, schreitet die Weltraumpolizei ein, nimmt die vier Streithähne fest und schickt sie in ein Sicherheitsgefängnis. Dort lernt sich das Quartett nach anfänglichen Kommunikationsproblemen kennen, schätzen und zusammen mit dem hünenhaften Raufbold Drax (Dave Batista) gelingt ihnen schließlich der Ausbruch. Das ist dann der tolldreiste Auftakt einer rasanten Hetzjagd quer durch die Galaxie, wo die Fünf als Guardians of the Galaxie tolldreiste Abenteuer erleben. Und am Schluss der gute Peter endlich als strahlender „Star-Lord“ von seinen Freunden und Feinden anerkannt wird.
Allein diese bunt zusammengewürfelte Combo aus prächtigen Anti-Helden macht beim Zuschauen einen Riesenspaß. Aber auch visuell ist der Film sehr phantasievoll inszeniert und die Computereffekte sind fürwahr vom Besten. Zudem wird die Geschichte, in der es nach Marvel-Art wunderbar kracht und zischt, schnell zu einer ironisch nostalgischen Reise in die Siebziger und Achtziger Jahre. Und dabei tatsächlich auch zu einer Hommage an den guten alten Walkman. Ein solches Gerät, das Jugendliche von heute kaum noch kennen werden, begleitet Peter stets auf seinem Trip. Und auf der dazugehörigen Musikkassette sind Oldies der damaligen Zeit, die dann auch als Soundtrack des Films und vor allem als lustiger Kontrast zu den modernen Sciencefiction-Bildern dienen. Dazu gibt’s noch weitere zahllose Anspielungen aus dem Fundus der Popkultur, so erinnert vieles gar an die alten Star-Wars-Filme. Und selbst der Computerspielklassiker Asteroids wird in einer schönen Szene eindrucksvoll gewürdigt. Kurzum: Auf die Fortsetzung kann man sich jetzt schon freuen.
Guardians of the Galaxy, Regie: James Gunn, 121 Minuten, FSK: 12

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Geschmacklos

August 28, 2014 1 Kommentar
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Polenwitze

August 28, 2014 1 Kommentar
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Tolle Erfindung

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The Liverbirds

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Online-Pizza

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Ein großer Sänger

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TV-Kritik: Little Thirteen

Fernsehen kann schrecklich anstrengend sein, was ja nicht schlecht sein muss. Doch wer jetzt den Film „Little Thirteen“ tatsächlich bis zum Ende durchhält, der fühlt sich garantiert hinterher so richtig mies. Nein, noch mieser. So rekordverdächtig trostlos, ja bisweilen sogar abstoßend kommt die erzählte Geschichte daher, die vom Regisseur Christian Klandt und seiner Drehbuchautorin Catrin Lüth allerdings vorher gründlich recherchiert worden ist – in Gesprächen mit Jugendlichen, die ein ähnliches Leben führen oder zumindest von einem vergleichbaren Lebensgefühl umgetrieben werden wie die traurige Heldin in diesem tristen Sozialdrama: Die 13jährige Sarah, die glaubhaft verkörpert wird von der offenbar hochtalentierten und beim Filmdreh fünf Jahre älteren Jungdarstellerin Muriel Wimmer.

Ihre Sarah kommt aus einer sozial benachteiligten und nach der Logik dieses Films entsprechend absolut kaputten Familie. Ihre knapp 30jährige sexsüchtige Mutter (Isabell Gerschke) ist mehr Freundin als Vertrauensperson. Die Probleme ihrer Tochter interessieren sie nicht, stattdessen redet sie mit ihr lieber locker flockig über Dildos und wie ihr neuster Freund im Bett sei. Von Sarahs leiblichem Vater ist dagegen nie die Rede. Der gerade aktuelle mütterliche Beischlafpartner (anders kann man diesen unangenehmen Zeitgenossen nicht nennen) ist ein richtig abstoßend schmieriger Vertreter seines Geschlechts. Und ähnlich abstoßend sind sowieso alle Männer in diesem Film.

Aber es kommt noch schlimmer: Da Sarah Liebe oder Zuneigung in ihrem bisherigen noch recht kurzen Leben nie wirklich kennen gelernt hat, ist für sie inzwischen Sex das Einzige, was zählt und womit sie ihre scheinbar längst hoffnungslos verrohten Gefühle ausdrücken kann. Die Vorbilder für diesen pornographischen Lebensstil holt sie sich vermutlich aus Sexfilmen im Internet, was natürlich nicht ohne Folgen auf ihr Verhalten bleibt: Wenn beispielsweise ihr neuer Freund (Joseph Bundschuh) für sie völlig überraschend plötzlich von Zärtlichkeit redet, fasst sie ihn fast automatisch in den Schritt. Und wenn sie bei ihm mal Nähe sucht, dann geschieht dies durch eine Runde Oralsex. Bei dem dann bisweilen auch noch ihre Mutter zufällig zuschaut, was jedoch irgendwie keinen weiter stört. Auch nicht ihren aktuellen Freund, der anfangs zwar durchaus sympathische Züge trägt, im Grunde aber auch ein recht unangenehmer junger Typ ist. Was anderes kann man sich schon nach fünf Minuten in diesem deprimierenden Film sowieso nicht vorstellen.

Beschrieben werden nun das Leben Sarahs und ihrer Freundinnen. Gezeigt wird, wie sie „Party machen“, sich dabei mit Alkohol und Drogen zu dröhnen. Und wie sie am Ende stets mit irgendeinem Typen ins Bett gehen. Doch noch schlimmer als diese auf die Dauer nur noch öde wirkenden Bilder, die oft mit der wackelnden Handkamera gedreht sind, sind die Momente, in denen die jungen Frauen von ihrer Zukunft sprechen. Da ist dann von der „Hartz 4-Utopie“ die Rede: „Chillen und Geld kriegen“. Und Sarahs Lebensplanung ist „Vögeln, ficken, bumsen – das mach ich so lange, bis einer sagt: ‚Ich will nicht mehr weg von dir.’“

Dieser Film hat als ungeschönte Bestandsaufnahme einer Generation, die in unsäglichen Verhältnissen aufwächst und deren Sexualverhalten völlig zu verwahrlosen droht, gewiss seine Berechtigung. Aber leider gibt es keinen einzigen Moment, der irgendwie Mut auf zumindest ein ganz klein wenig Veränderung macht oder sie zumindest andeutet. Dafür fehlt den Personen in diesem Film längst die Kraft und dem Film die Lust zur Phantasie. Doch wer will dann dieses vermeintliche Abbild einer scheinbar alles erdrückenden Wirklichkeit sehen? Im Kino, für das diese Abschlussarbeit an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg auch produziert wurde? Oder jetzt im ZDF-Nachtprogramm? Ein Publikum gibt’s wohl dafür kaum, wie auch die miserablen Besucherzahlen im Kino zeigen. Was bleibt sind bestenfalls Schulen, wo der Film als Diskussionsgrundlage dienen kann. So hat er trotz der freizügigen, aber stets eher abstoßenden Sex-Szenen auch eine Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen.

ZDF, 26.08.2014, 00:30 Uhr
ZDF-Kultur, 29.08.2014, 22:00 Uhr / ZDF-Kultur, 30.08.2014, 01:00 Uhr

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Die Brücke

August 21, 2014 1 Kommentar

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TV-Kritik: Stärke 6

Es gibt Gefahren, von denen man noch nicht einmal etwas ahnt – so unwahrscheinlich klingen sie. Dazu zählt gewiss ein Tsunami, der mitten in Europa an einem Schweizer Alpensee auftritt. Dabei geschah genau dies am 23. September 1687 gegen 23 Uhr, als am Vierwaldstättersee urplötzlich eine Welle von etwa vier Meter Höhe auf das Land zu raste und enorme Schäden im Uferbereich anrichtete. Schuld, vermuten Wissenschaftler heute, waren große Schlammmassen, die unter Wasser in Bewegung gerieten und dieses Naturphänomen erzeugten. Aber auch ein Erdbeben mit wenigstens Stärke 6 kann solch einen Tsunami mitten in den Alpen hervorrufen.
Der Umwelt-Thriller „Stärke 6“ geht sogar noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass auch die unkontrollierte Explosion von großen Mengen an Munition, die noch 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im See preisgünstig „entsorgt“ wurden, eine Flut-Katastrophe zur Folge haben könnten. Insgesamt verrotten nämlich nach Schätzungen rund 8000 Tonnen von Kriegsmunition in Schweizer Seen – zum Glück meist in großer Tiefe. Und diese unsichtbare Gefahr dient nun als thematischer Hintergrund für den Film, den die Schweizer Film- und Theater-Regisseurin Sabine Boss nach einem Drehbuch von Claudia Kaufmann inszeniert hat. Wobei allerdings im Abspann die zuvor beschworene Gefahr als rein fiktiv und höchst unwahrscheinlich bezeichnet wird. Alles andere wäre ja auch sehr unschön – besonders für den Tourismus.
Schauplatz ist jedenfalls der Urnersee, ein Teil des Vierwaldstättersees in den Kantonen Uri und Schwyz. Eine reizvolle und entsprechend telegene Landschaft, die im Film allerdings schnell wegen der erzählten brisanten Geschichte das Idyllische verliert. Dort führt die deutsche Geologin Maria Graf zusammen mit ihrem Schweizer Freund und Kollegen im Auftrag des Eidgenössischen Erdbebendienstes Untersuchungen am See durch. Bei einem Tauchgang der beiden kommt es dann zu einem folgenschweren Unfall, als durch eine plötzliche Unterwasserexplosion Marias Freund getötet wird.
Da ein Zeuge des Vorfalls, der Schweizer Militär-Hauptmann Scherrer (Pasquale Aleardi), beobachtet hat, dass sich die beiden Wissenschaftler zuvor in ihrem Boot offenbar gestritten haben, gerät Maria nun in Verdacht. Ihr droht gar eine Anklage wegen Totschlags oder zumindest fahrlässiger Tötung. Die staatlichen Behörden, allen voran der zuständige Staatsanwalt und der bärbeißige Polizist (Pierre Siegenthaler), sind scheinbar fest von ihrer Mitschuld an dem Tod ihres Kollegen überzeugt. Und keiner glaubt ihr die Geschichte mit der plötzlichen Unterwasserexplosion, die – so Marias Vermutung – durch im See versenkte Munition hervorgerufen worden sein könnte.
Da der Fernsehzuschauer jedoch selber gleichsam Zeuge des Unfalls gewesen ist, nimmt dies der dann im Film folgenden Wendung leider das Überraschende. Das Rätsel um den Tod des Tauchers ist halt viel zu schnell gelöst. Gleichwohl bleibt die Story halbwegs spannend, weil Maria beginnt, auf eigene Faust nach den genauen Ursachen zu forschen. Dadurch macht sie sich schnell einflussreiche Feinde und gerät bald selbst in Lebensgefahr. Und wie ausdrucksstark Claudia Michelsen diese Maria spielt, macht Spaß beim Zuschauen.
Dagegen ist die erzählte Story arg vorhersehbar und zudem mit dem dramaturgischen Holzhammer inszeniert. Vor allem weil in den Dialogen gern Dinge wortreich beschworen werden, die kurz danach dann auch tatsächlich so eintreten. Ähnlich unheilschwanger sind oft die Kameraeinstellungen, die den Fortgang des Geschehens gern überdeutlich vorwegnehmen. Und leider fehlt dieser deutsch-schweizerischen Produktion auch völlig das Tempo, die man von deutschen und erst recht von internationalen Filmen dieser Gattung sonst gewöhnt ist. Das hat dann schon was von der oft behaupteten Schweizer Behäbigkeit.

ARD, 20.08.2014, 20:15 Uhr
ARD, 21.08.2014, 00:50 Uhr / Eins Festival, 23.08.2014, 20:15 Uhr
Eins Festival, 24.08.2014, 13:10 Uhr / Eins Festival, 26.08.2014, 01:45 Uhr
Eins Festival, 27.08.2014, 18:30 Uhr / Eins Festival, 28.08.2014, 07:00 Uhr
Eins Festival, 28.08.2014, 12:30 Uhr

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