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Sex Tape

Sich selbst nackt zu fotografieren oder gar beim Sex zu filmen, mag ja ganz neckisch sein, kann aber peinliche Folgen haben. Vor allem wenn man die Aufnahmen auf seinem Computer oder – noch schlimmer – auf einem virtuellen Datenspeicher schlecht gesichert hinterlegt. Ein abschreckendes Beispiel liefern gerade mehrere weibliche US-Stars und -Sternchen, deren offenherzige Handyfotos von Hackern gestohlen und in diversen Internetforen veröffentlicht wurden. Und manchmal braucht es dafür noch nicht einmal einen bösen Datendieb, sondern es reicht ein schusseliger Umgang mit der Technik.
Genau dies müssen in Jake Kasdans Komödie „Sex Tape“ auch Annie (Cameron Diaz) und Jay (Jason Segel) erfahren. Früher hat das Paar ein äußerst reges Sex-Leben gehabt, wie der Film gleich zu Anfang für eine US-Produktion erstaunlich freizügig zeigt. Doch nach zehn Jahren Ehe und zwei Kindern tut sich bei den beiden nicht mehr allzu viel im Bett. Um mal wieder frischen Wind ins Schlafzimmer zu bringen, schlägt Annie daher vor, einen privaten Sexfilm zu drehen. Das Vorbild und die entsprechenden Stellungen liefert der Aufklärungsklassiker „The Joy of Sex“. Das Resultat ist ein dreistündiger privater Pornofilm, der offensichtlich eher komisch als porno, aber dennoch auf keinen Fall für fremde Augen gedacht ist.
Doch leider begeht Jay beim Speichern des Films auf seinem iPad einen folgenschweren Fehler, wodurch das Video auch auf die Tablet-Computer gerät, die er in den Jahren zuvor aussortiert und großzügig an Freunde und Verwandte verschenkt hat. Und der Zuschauer erlebt nun den verzweifelten Versuch der zwei Porno-Amateure, das Schlimmste zu verhindern. Das ist dann tatsächlich durchaus amüsant anzuschauen, besonders der Auftritt von Rob Lowe als spleeniger Spielzeugfabrikant ist umwerfend komisch. Wobei Lowe sozusagen aus Erfahrung spielt, da er 1988 selbst Opfer eines skandalösen Sex-Tape-Unfalls gewesen ist. Nervig dagegen ist das aufgesetzt wirkende süße Happyend, diverse inhaltliche Ungereimtheiten und die allgegenwärtige Schleichwerbung. Und wer keine Zoten mag, der wird auch diesen Film nicht mögen.
Sex Tape, Regie: Jake Kasdan, 95 Minuten, FSK 12

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