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Sin City: A Dame to Kill For

Dass es überhaupt einmal taghell wird in dieser finsteren Kriminellen-Metropole, ist wohl eher unwahrscheinlich. Jedenfalls spielt auch „Sin City: A Dame to Kill For“, mit dem dieses bizarre Epos nach langen neun Jahren jetzt im Kino fortgesetzt wird, ausschließlich nachts, auf verdreckten Straßen, in heruntergekommenen Bars und unwirtlichen Appartements. Als Vorlage dienten erneut schaurig schöne Comic-Geschichten von Frank Miller, der mit Robert Rodriguez auch die Regie übernommen hat. Und es gibt ein Wiedersehen mit zahlreichen Figuren aus dem ersten Teil, der allein schon visuell durch seine teilweise kolorierten Schwarz-Weiß-Bilder 2005 für Aufsehen sorgte.
Viel hat sich also nicht geändert. Die Gewalt herrscht weiter in Sin City, das bevölkert wird von obskuren Gestalten, korrupten Politikern und brutalen Gangstern. Und in vier Episoden führt uns nun der Film durch diesen verrückten Frank-Miller-Kosmos. Da erlebt man gleich zu Anfang, wie der irgendwie gutmütige Schläger Marv (Mickey Rourke), einer der wenigen positiven Charaktere, einen Obdachlosen davor schützt, von Jugendlichen angezündet zu werden. Ein nassforscher junger Mann (Joseph Gordon-Levitt) legt sich im Poker ausgerechnet mit dem größten Ganoven (Powers Boothe) der Stadt an. Was für ihn schlimmste Folgen hat. Ein Privatdetektiv (Josh Brolin) erliegt dem erotischen Charme seiner Verflossenen (eine Femme fatale aus dem Bilderbuch: Eva Green) und muss das teuer bezahlen. Und die Prostituierte Nancy (Jessica Alba) versucht, verzweifelt sich an dem Mann zu rächen, der (im ersten Teil) ihren geliebten John (Bruce Willis) in den Selbstmord getrieben hat.
All das wird in so übertrieben grausamen, ja auch zynischen Bildern erzählt, dass man die vorgeführte Gewalt allerdings nie richtig ernst nehmen kann. Und manches scheint gar pubertären Männerphantasien entsprungen zu sein, beispielsweise wenn die Auftritte der schwerbewaffneten und umso leichter bekleideten Prostituierten-Gang stets in einem absurden Gewaltexzess enden. Genießbar ist all dies ausschließlich für Zuschauer, die tiefschwarzen Humor mögen. In den USA war der Film wohl daher trotz des Star-Ensembles ein finanzieller Flop.
Sin City: A Dame to Kill For, Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, 102 Minuten, FSK: 18

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