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Archive for Dezember 2014

Gute Vorsätze

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Rauschenbach vs. Burgsmüller

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Kim Jong Un tanzt

Dezember 18, 2014 1 Kommentar

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Extreme Sitting

Dezember 17, 2014 2 Kommentare

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TV-Kritik: 8 Uhr 28

Im Hause Schneider herrscht der Ausnahmezustand. Und Schuld hat die Liebe. Erwischt hat es gleich mehrere aus der Familie. Die kleine Tochter hat sich in einen Schulkameraden verguckt. Als der sie wegen einer anderen schnöde verschmäht, bricht für sie ihre kleine Welt zusammen. Sie isst nicht mehr, hat miese Laune und ist stets den Tränen nah. Ganz anders ihre Großmutter: Sie hat sich nach langer Ehe von ihrem Mann getrennt. Einem Antiquar, der zwischen Erstausgaben und seltenen Sammlerstücken verlernt hat, zu leben und Gefühle zu zeigen. Nun ist die rüstige alte Dame richtig verknallt, verhält sich fast wie ein Teenager und erzählt locker flockig und ziemlich laut bei einem Essen im Restaurant ihrer Tochter Katharina ausführlich von ihrem wiederentdeckten Sexualleben. Was dieser natürlich fürchterlich peinlich ist, auch weil die anderen Gäste an den Nebentischen mithören können und einige schon pikiert die Nase rümpfen.
Aber auch Katharina, die Hauptfigur in dem romantischen Drama „8 Uhr 28“, begegnet urplötzlich dieser seltsam chaotischen Himmelsmacht. Dabei verläuft die Ehe mit ihrem Mann (Mark Waschke), einem erfolgreichen Architekten, auch nach 15 Jahren offensichtlich recht harmonisch. Beide kümmern sich liebevoll um ihre Tochter, haben interessante Berufe, sie arbeitet als Kunsthistorikerin in einer Hamburger Galerie, leben in einem schmucken Häuschen im Grünen. Und auch sexuell scheint alles zumindest zufriedenstellend zu laufen, obwohl natürlich der Reiz der ersten Jahre zwischen „Mami“ und „Papi“ verflogen ist. Aber über die Idee, deswegen zu einer Paartherapie zu gehen, würden Katharina und ihr Mann bestimmt nur lachen.
Doch dann schlägt urplötzlich bei ihr die Liebe zu, morgens auf dem Weg zur Arbeit. In dem Vorortzug, den sie jeden Tag um 8 Uhr 28 nimmt (und der übrigens ausschaut wie aus einem Werbeprospekt für Bahnreisen), stößt sie wortwörtlich mit einem adretten Mann (Mehdi Nebbou) zusammen. Einem Typen, der optisch also was hermacht, mit einem netten Akzent spricht, und dass er ständig kluge Bonmots von sich gibt, scheint Katharina offenbar überhaupt nicht zu stören. Ganz im Gegenteil. Selbst sie, die ach so unterkühlte Intellektuelle, wirkt schlagartig verändert – was man Nadeshda Brennicke in dieser Rolle auch wunderbar ansieht. So nervös, aufgekratzt und emotional erscheint sie auf einmal. Und aus der vorher so kontrolliert auftretenden Frau mittleren Alters wird durch die Macht der großen Gefühle wieder ein junges Mädchen, das sich gerade unsterblich in einen Jüngling verguckt hat. Und das nun vor der Frage steht, ob es ihr bewährtes und scheinbar gar nicht mal so langweiliges Leben deswegen aufgeben soll. Aber auch die Perfektion hat halt ihre Tücken. Und gegen heimliche Sehnsüchte, das zeigt der Film, ist kein Kraut gewachsen.
Das alles klingt dramatisch und vielleicht ein wenig kitschig, ist es aber auf wundersam leichte Weise nicht. So erstaunlich gelassen und unspektakulär wird die Geschichte (Drehbuch: Sebastian Schubert) hier erzählt, obwohl Regisseur Christian Alvart eigentlich ein ausgewiesener Thriller-Experte ist. So hat er beispielsweise die beiden Til-Schweiger-„Tatorte“ inszeniert, bei denen es ja ziemlich feurig zur Sache gegangen ist. Hier jedoch hält er sich angenehm zurück, umschifft geschickt zu große Gefühlsausbrüche und dramatische Zuspitzungen. Beschreibt stattdessen einfach Dinge, die halt mal passieren können. Und zu denen gehört eben auch diese vermaledeite Liebe. Unterstützt wird er dabei durch ein durchweg überzeugend agierendes Schauspielerensemble. Allen voran Brennicke, der die Rolle auf den hübschen Leib geschneidert zu sein scheint. Und die sich zwischen zwei Männern entscheiden muss, die leider beide äußerst sympathisch wirken.
ARD, 17.12.2014, 20:15 Uhr
ARD, 18.12.2014, 01:05 Uhr / Eins Festival, 20.12.2014, 20:15 Uhr
Eins Festival, 29.12.2014, 12:30 Uhr / Eins Festival, 29.12.2014, 18:30 Uhr

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Koalas

Dezember 16, 2014 1 Kommentar

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TV-Kritik: Meine Frau, ihr Traummann und ich

Dezember 15, 2014 1 Kommentar

Schlecht gelaunt und sichtbar gestresst steigt ein Mann am Münchner Flughafen in ein Taxi. „Zum Amtsgericht,“ knurrt er. „Heute lassen wir uns scheiden.“ Wir, das sind in dem ZDF-Film „Meine Frau, ihr Traummann und ich“ Charlotte (Ulrike Kriener) und Richard (Axel Milberg), ein Ehepaar kurz vor der Silberhochzeit. Ihr gehört eine Boutique für Brautmoden, er arbeitet mit eher mäßigem Erfolg als Werbefotograf, Spezialgebiet: Lebensmittel. Besonders Leberwurst, wie er gern ironisch anmerkt. – Als Richard schließlich beim Amtsgericht angekommen ist, hat er es plötzlich nicht mehr eilig. Ausführlich erzählt er bei einer von seiner Reise mitgebrachten Flasche Ouzo seinem griechischen Taxifahrer, wie es zur jetzt drohenden Scheidung gekommen ist. Eine ziemlich ungewöhnliche Geschichte, an deren Ende das Taxameter bei mehr als 150 Euro steht. Der Fahrer inzwischen eingeschlafen ist und der TV-Zuschauer 90 Minuten lang trotz des geschilderten Beziehungsknatsches eine heitere romantische Komödie erlebt hat.
Angefangen, erfährt er dabei in einer langen Rückblende, hat das Unheil nach dem Auszug des erwachsenen Sohnes. Plötzlich ist das alte Paar wieder allein gewesen, allein zu zweit. „Eigentlich“, witzelt Richard, „könnten wir jetzt durch die ganze Wohnung vögeln und laut schreien“. Aber nur eigentlich. Die böse Realität sieht nun einmal leider etwas anders aus, wie die „erste Nacht allein“ zeigt: Er schnarcht trotz Zahnschiene, sie kann daraufhin nicht schlafen, steht schließlich frühmorgens auf und geht in ihr Geschäft. Genau dort nimmt das Verhängnis dann seinen Lauf.
In der Boutique trifft Charlotte ihre langjährige Mitarbeiterin, die bereits vorm Computer hockt, auf den Netzseiten einer Dating-Agentur auf Partnersuche ist. Und ihre Chefin erfolgreich überredet, es doch auch einmal aus Spaß damit zu versuchen. Das hat dann schnell Folgen. Charlotte erhält 162 Anfragen, darunter ist ein Mann mit „98-prozentiger Übereinstimmung“. Der Vergleich mit ihrem lieben Gatten ergibt dagegen bescheidene 14 Prozent. So etwas macht natürlich neugierig, vor allem weil Richard, tolerant wie er ist, Charlotte überredet, sich mal mit diesem Traummann zu verabreden. Eine Gefahr sieht er darin nicht, schließlich ist dieser Typ ausgerechnet Lehrer. Und so einer, da ist er sich ganz sicher, kann seine Langzeit-Ehe nicht gefährden.
Doch das entpuppt sich natürlich schnell als Irrtum. Charlotte trifft sich also mit ihrem Internet-Traummann, und aus dem ersten Treffen entwickelt sich eine feste Beziehung, allerdings bleibt sie lange Zeit rein platonisch. Und als Richard die drohende Gefahr erkennt, auf die ihn erst sein „Partner“ aus seiner zweiten „alten Ehe“, sein bester und einziger Freund Stefan (August Zirner), hinweist, ist es fast schon zu spät. Besonders als er nach einem Opernbesuch das Tête-à-Tête des Dating-Paares in einem feinen Restaurant mit laut gesungenen Mozart-Arien stört. Ein von Milberg wunderbar gespielter Auftritt, weil er ungemein komisch und gleichzeitig schön jämmerlich ist. Und als eine einige Zeit später dann auch ein letzter Versöhnungsversuch dramatisch scheitert, reicht Charlotte die Scheidung ein.
Inszeniert hat diese betont leise Komödie über die Irrungen und Wirrungen eines älteren Ehepaares der Schweizer Regisseur Walter Weber. Das vorzügliche Drehbuch stammt von einem persönlich betroffenen Experten: von Georg Weber, der seit langem mit Ulrike Kriener verheiratet ist. Die von ihm hier entwickelte Geschichte lebt gekonnt von ihrer nie aufdringlichen Situationskomik und ihrem exzellent eingesetzten Wortwitz. Doch besonders überzeugen die beiden Hautdarsteller, die stets den richtigen Ton treffen und wunderbar lebensecht ein gut eingespieltes Ehepaar verkörpern. Dass es zwischen diesen beiden zur Trennung kommt, kann man sich daher als Zuschauer trotz aller Probleme kaum vorstellen. Und genau das wird dann am Schluss zum Glück auch in einer tollen Slapsticknummer ausgerechnet vor dem Amtsrichter bestätigt. Alles andere wäre auch wirklich schade gewesen.
ZDF, 15.12.2014, 20:15 Uhr

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