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Kino: Dritte Person

Drei Städte, drei Schicksale: In Paris sitzt der gefeierte Schriftsteller Michael (Liam Neeson) in seinem Hotelzimmer und kämpft mit den letzten Seiten seines neuen Romans. Zwischendurch telefoniert er mit seiner Frau (Kim Basinger), von der er sich getrennt hat. Oder vergnügt sich mit der jungen Autorin Anna (Oliver Wilde). In Rom stürzt sich der dubiose amerikanische Geschäftsmann Scott (Adrien Brody) in eine Liebesaffäre mit der Roma Monika (Moran Atias). Da sie behauptet, dass ihr Kind in den Händen eines Entführers sei, hilft er ihr, gibt ihr das von dem Gangster geforderte Lösegeld, hat aber dann bald einen bösen Verdacht. Und in New York tobt nach einem tragischen Zwischenfall ein heftiger Sorgerechtsstreit zwischen der ehemaligen Soap-Darstellerin Julia (Mila Kunis) und ihrem Ex-Ehemann Rick (James Franco) um ihren sechsjährigen Sohn. Um sich ihre Anwältin und die Prozesskosten überhaupt leisten zu können, muss die verzweifelte Julia als Zimmermädchen in einem Hotel arbeiten.
Auf den ersten Blick haben diese drei Geschichten in dem romantischen Episodenfilm kaum etwas gemeinsam, dennoch verbindet sie eins: dass jeweils eine dritte Person (Liebhaberin, Kind, Ehepartner) eine wichtige Rolle spielt. Und zudem kreisen alle drei zuweilen doch etwas verwirrend verbundenen Erzählstränge um die Themen Lüge und Betrug. Inszeniert und geschrieben hat den Film Paul Haggis, der 2006 für „L.A. Crash“ mit zwei Oscars (Drehbuch, bester Film) ausgezeichnet worden ist, dem es hier allerdings nicht gelingt, Interesse oder gar Empathie für seine zentralen Figuren zu wecken. Vieles bleibt dafür viel zu oberflächlich oder sogar banal. Und die Auflösung gegen Ende zeichnet sich arg früh recht aufdringlich ab. Dennoch hat auch „Dritte Person“ einige wirklich gute und sogar witzige Momente. Und den exzellenten Darstellern sieht man zumindest anfangs gern bei ihrer höchst diffizilen Beziehungsarbeit zu, dann verliert sich der Film jedoch zunehmend in kunstsinnig gepflegter Langeweile.
Dritte Person, Regie: Paul Haggis, 137 Minuten, FSK: 12

Kategorien:Uncategorized
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