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Joseph O’Connors „Die wilde Ballade vom lauten Leben“

Wer mit der Pop-Musik der Achtziger- und Neunzigerjahre aufgewachsen ist, der sollte Joseph O’Connors „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ lesen. Allen anderen ist der Roman eher nicht zu empfehlen, da sich beinahe die Hälfte des Buchs mit der Musik der damaligen Zeit beschäftigt, mit Bands und Songs, die die Protagonisten der Geschichte lieben oder hassen. Erzählt wird von der fiktiven Gruppe „The Ships“, vier jungen Leuten irischer Abstammung, deren kleinbürgerliche Eltern es irgendwann nach England verschlagen hat in den idyllischen Londoner Vorort Luton.
Aus der Perspektive des Gitarristen Robbie wird die Karriere dieser Band nachgezeichnet. Von den Anfängen als Straßenmusiker, den ersten Auftritten in üblen Lokalen bis hin zur Touren durch die Stadien der Welt, dem dann folgenden plötzlichen dramatischen Bruch der Gruppe, sich anschließenden nervigen Rechtsstreitigkeiten und dem schließlich dann doch versöhnlichen Happyend. Natürlich geht es dabei auch um Drogen und Frauen, eben um Sex, Drugs & Rock`n`Roll. Und vor allem um die komplizierten Beziehungen der Musiker untereinander: dem exzentrischen Sänger Fran, dem sensiblen Robbie und den künstlerisch hochtalentierten Zwillingen Trez und Sean.
Das alles liest sich wie die typische Biographie einer typischen Band der damaligen Zeit. So wie man sich das wilde Musikerleben eben vorstellt. Und so richtig Überraschendes bietet der Roman daher kaum, aber dafür ist er streckenweise sehr witzig geschrieben. Beispielsweise gibt es eine lustige Aufzählung ungewöhnlicher Schimpfwörter von pickelwarziger Trottel über aalgesichtiger Sadist bis wandelnder Hüttenkäse. Und für popinteressierte Zeitgenossen ist das Buch alles andere als Käse, sondern ein netter nostalgischer Spaß. Dass der 1963 geborene Autor, der bisher schon mehrere erfolgreiche Romane über seine Heimat Irland verfasst hat, nun über Musik geschrieben hat, ist auch nicht überraschend: Seine jüngere Schwester ist die bekannte Sängerin Sinead O’Connor.
Joseph O’Connor:? Die wilde Ballade vom lauten Leben, S. Fischer, 416 Seiten, 22,99 Euro.

Kategorien:Uncategorized
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