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Jack is back!

Der Mann brauchte wirklich mal eine Pause. Schließlich hat er nicht nur in insgesamt 192 Folgen eigenhändig 270 Bösewichte getötet. John Rambo schaffte gerade mal 240. Sondern bei seinem letzten Einsatz vor vier Jahren hat der US-Antiterror-Agent das unglaubliche Kunststück fertig gebracht, New York vor der Explosion einer atomaren Bombe zu bewahren, hat den amerikanischen Präsidenten zum Rücktritt gezwungen, einen ehemaligen US-Präsidenten in den Selbstmord getrieben und fast einen russischen Präsidenten gezielt erschossen. Und das alles in nur 24 Stunden! Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Was bei ihm dann auch entsprechend böse Spuren hinterlassen hat.

Aber jetzt ist er ja wieder da: Jack Bauer (Kiefer Sutherland), der einsame Held der TV-Serie „24“, deren neunte Staffel „Live Another Day“ nun weltweit parallel gestartet wurde, bei uns im Bezahlfernsehen auf Sky, während ein genauer Sendetermin im frei empfangbaren TV noch nicht feststeht. Allerdings wurde schon am Morgen nach Start der Auftakt dutzendfach in Internet-Tauschbörsen zum illegalen Download angeboten.

Angefangen hat Jacks internationale Erfolgsgeschichte am 6. November 2001, also kurz nach den Terroranschlägen in den USA, und der danach propagierte Krieg gegen den Terror hat dann inhaltlich auch „24“ bestimmt. Dennoch hat vor allem die Machart dieses Mehrteilers Schule gemacht, besonders die in Echtzeit ablaufende Handlung, an der sich 2006 sogar ein Münchner-„Tatort“ versucht hat, und die perfekt eingesetzte Split-Screen-Technik, die gleichzeitig mehrere Handlungsstränge in Bildschirmfenstern zeigt. Auch politisch hat die Serie einiges vorweggenommen, wenn nicht sogar beeinflusst. So war in ihr, noch lange vor Barack Obama, ein afroamerikanischer US-Präsident zu sehen. Auch einer Frau gelang in der Serie der Sprung in dieses hohe Amt, worüber sich ja hauptsächlich Hillary Clinton freuen darf. Und da ist es hoffentlich nur ein Zufall, dass Jack Bauer gerade in einer Zeit wiederbelebt wird, in der viele an einem heißen Remake des Kalten Krieges arbeiten.

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Kurzer Nachruf auf Jack Bauer

Über Jack Bauer gibt es offenbar keine guten Witze. Vielleicht bis auf einen: Wenn Jack Bauer Rentner wird, dann braucht er 48 Stunden. Doch soweit wird es nicht mehr kommen. Der einsame und schier unbesiegbare Held der US-Serie „24“ wird vorzeitig in Rente geschickt. Das beschloss jetzt der zuständige Sender Fox, der seine mehrfach mit Fernsehpreisen gekrönte Serie nach der achten Staffel einstellen wird. Sie ist derzeit in den USA und bei uns über die Pay-TV-Plattform Sky zu sehen, und wird im Herbst dann über Kabel 1 ausgestrahlt.

Besiegt hat Bauer allerdings kein Weltverschwörer oder Topterrorist, sondern das Publikum. Die Einschaltquote war also trotz aller Erfolge stark rückläufig, bei uns konnte Bauer übrigens nie so recht Fuß fassen. Zudem wurde selbst diese Top-Serie Opfer von Sparmaßnahmen, was man der achten Staffel auch ansieht. Beispielsweise einigen Schauspielern, die den nötigen Qualitätsansprüchen früherer Staffeln nie genügt hätten. Auch an Originalschauplätzen konnte aus finanziellen Gründen nicht mehr gedreht werden. Und selbst das Drehbuch hat unübersehbare Mängel.

Sogar Jack Bauer selbst, den Kiefer Sutherland seit 2002 so wunderbar verkörpert, wirkt inzwischen alt. Ja, er ist in der letzten Staffel tatsächlich Großvater und möchte, wie er in der ersten Folge sagt, von seinem Enkelkind „Opa“ genannte werden. Das tat beim Zuschauen richtig weh! Apropos: weh! Das von Bauer oft praktizierte und genauso oft von der Fernsehöffentlichkeit empört kritisierte Foltern unliebsamer Gegner hat man ihm zum Schluss auch noch in der Serie verboten, aber zu wehren weiß sich dieser Superagent zum Glück immer noch. Selbst wenn seine Gegner auch nicht mehr das sind, was sie zu Serienanfang mal waren.

Und „24“ hat mit seinem innovativen Konzept, das alles in sogenannter Echtzeit stattfindet, ja Schule gemacht und sogar das Actionkino Hollywoods stark beeinflusst. Außerdem darf man eines nicht vergessen, seitdem Jack Bauer im Fernsehen im Auftrag des staatlichen Geheimdienstes CTU  („Counter Terrorist Unit“) Terroristen jagt, hat es keinen realen Anschlag mehr in den USA gegeben. Ob da wirklich ein Zusammenhang besteht, können wohl nur Verschwörungstheoretiker beantworten.

Einen Insider-Witz habe ich noch: Jack Bauer hat so viele Menschen getötet, dass Gott ihn mit Kim bestraft hat.

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Schade drum

„Das Ende ist besiegelt: Nach der aktuell in den USA laufenden 8. Staffel sind die Abenteuer von Jack Bauer TV-Geschichte. FOX hat ’24‘ am Freitag offiziell gecancelt.“ mehr …

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