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Posts Tagged ‘Carmen Nebel’

Die Welt von morgen von der Oststadt aus gesehen (7)

Man will ja wirklich nur eins: Das aktuelle Sportstudio (und den einzigartigen Rolf Töpperwien) sehen zu einer halbwegs noch erträglichen Uhrzeit. Und das ist doch wohl nicht zuviel verlangt.

Zwei ausgewiesene Fußballkenner beim Fachsimplen: Arnd Zeigler (32) und Rolf Töpperwien (74)

Dennoch scheitert fast jeden zweiten Samstag dieser Wunsch an Nervköppen, Langweilern oder halbseidenen Unterhaltungskünstlern wie Thomas Gottschalk oder – und jetzt wird es ganz düster, ja richtig bös trübe (hähä!) – Carmen Nebel, die einen dann bis kurz vor Mitternacht quälen. Gestern war wieder so ein Abend, und da es fernsehtechnisch trotz hunderter Programme kaum Alternativen gab, hab ich gut eine halbe Stunde lang Big Brother auf Sky geschaut.

Und zum Glück bin ich kein Außerirdischer, denn sonst hätte ich so den Eindruck vermittelt bekommen, dass sich die Menschheit teilt in Friseurinnen und Porno-DarstellerInnen samt sozialpädagogischen Zuschlag. Andere Berufsgruppen fallen in der aktuellen Staffel von Big Brother jedenfalls nicht weiter auf. Und ob nun eine Dumpfsocke wie Tobi Barmixer oder ein Windbeutel wie Daniel Prospektverteiler ist, was soll’s? Außerdem, würde der Außerirdische lernen, hat die eine Hälfte der Menschenfrauen künstliche rund-fette Brüste (waren nicht billig!) und die andere wünscht sich welche. Auch der sozialpädagogische, der wünscht jedoch klammheimlich. Und wovon die Männer der Friseurinnen und Porno-Darstellerinnen (Sozialpädagoginnen haben bekanntlich keine Männer) träumen, das wollen wir und die Außerirdischen gar nicht erst wissen.

BigBrother: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Egal. Wesentlich amüsanter als die Frage, ob Big Brother nicht doch ein recht genaues Spiegelbild der bundesdeutschen Gesellschaft ist, ist die These, die ich am heutigen Morgen im Radio gehört habe. Demnach, hieß es dort, seien die einstürzenden Neubauten nicht nur in Köln direkte Folge der kommunalen Sparmaßnahmen. Und das ist, habe ich dann spontan in Gedanken ergänzt, wie eben bei den sparwütigen Zeitungsverlagen. Nur deren Neubauten sind aus schnödem Papier. – Das hat dann übrigens meinen Tag gemacht …

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