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Posts Tagged ‘Facebook’

Kritik: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur

Juli 12, 2012 1 Kommentar

Das Internet einfach abschalten – davon träumen viele Diktatoren. Doch eine Dauerlösung ist das auch für sie nicht, zu wichtig ist das Netz inzwischen für die industrielle Infrastruktur selbst der Diktaturen. Zudem gibt es längst trickreiche Wege, sogar schärfste staatliche Zensurmaßnahmen zu umgehen. – Damit beschäftigt sich nun auch John A. Kantaras Dokumentation „Freiheit fürs Internet“. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Facebook-Revolution in Ägypten im Frühjahr 2011, aber auch die Ereignisse in Syrien und die staatliche Netzzensur in China werden kurz thematisiert. Viel Neues hat Kantara da zwar nicht zu berichten. Dennoch wird mal wieder deutlich, welche große Rolle das Netz in autoritär regierten Staaten spielt, wo oppositionelle Gruppen und Bewegungen es nutzen, um ihr Recht auf Informations-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit einzufordern. Und das oft erfolgreich.

Wesentlich interessanter wird die Dokumentation, wenn es um Bestrebungen geht, die staatliche Zensur raffiniert zu umgehen. Und in diesem Fall spielt ausgerechnet die US-Regierung eine wichtige Rolle. Eine Überraschung bestimmt für viele Netzaktivisten, für die die USA schon traditionell als globale Supermacht zum Reich des Bösen gehört. Doch es ist tatsächlich das US-Außenministerium, das gezielt die Entwicklung von Techniken, von Werkzeugen finanziert, mit denen sich Internet-Sperren umgehen lassen. „Ich bin stolz darauf“, erklärt US-Außenministerin Hillary Clinton dazu im Film, „dass wir mittlerweile in mehr als 40 Staaten Menschen helfen, die von ihren repressiven Regierungen zum Schweigen gebracht werden sollen.“

Einige dieser Werkzeuge werden im Film kurz vorgestellt. Dabei handelt es sich vor allem um Software, die es Netzsurfern erlaubt, durch einen recht simplen Trick auf von der Zensur gesperrte Netzangebote zu gelangen. Eine Technik, die übrigens auch zahlreiche deutsche Nutzer anwenden, wenn sie – wegen eines Rechtsstreits zwischen Google und der Gema – für Deutschland gesperrte Musikvideos auf YouTube sehen wollen. Und mit der man auch meist aktuelle amerikanische Fernsehfilme und –serien im Netz betrachten kann, die aus Copyright-Gründen ausschließlich US-Bürger vorenthalten sind. Mit dieser natürlich rein rechtlich bedenklichen Erscheinung muss dann eine Internet-Freiheitskämpferin wie Clinton sich eben arrangieren, denn das Netz lebt in vielen Nischen trotz aller staatlicher Regulierungswut und zunehmend errichteter einfältiger Bezahlschranken („Paywalls“) immer noch nach der alten Sponti-Devise: Legal, illegal, scheißegal.

Nicht egal, sondern einfach clever ist das auch in den USA entwickelte „Internet im Koffer“. Es ermöglicht Menschen mit simplen technischen Geräten, die tatsächlich alle in einen Koffer passen, einen freien Zugang zum Internet, wenn der von staatlicher Seite unterbunden ist. Und auch in Mitteleuropa gibt es Initiativen, die den Aufbau völlig unabhängiger Netze anstreben. Beispielsweise „FunkFeuer“ in Österreich, wo Aktivisten unter anderem in Wien mittlerweile ein von Providern völlig unabhängiges nicht kommerzielles Netz errichtet haben. Also ein staatlich kaum kontrolliertes Netz für jedermann, das zudem den Vorteil gegenüber vergleichbaren kommunalen Netzen hat, das amtliche Bedenkenträger jeglicher Couleur nichts zu sagen haben.

Aber es gibt – wie der Film zeigt – leider auch die Gegenbewegung, mit der versucht wird, das Netz und seine Nutzer zu überwachen. Beispielsweise Späh- und Spionagesoftware, die heimlich wie ein Virus auf den Computern der Zielpersonen installiert wird, um deren Aktivitäten „auszuhorchen“. Die entsprechende Software, die diese Einschränkung der Freiheit ermöglicht, wird meist in westlichen Ländern – auch im Auftrag der Geheimdienste – entwickelt. Und von dort aus gelangt sie dann oft ganz legal in die Hände von Diktatoren. Ein mehr als zwielichtiges Geschäft, an dem deutsche Firmen immer noch beteiligt sind. Und das von Staaten geduldet wird, die sich sonst gern wortreich für Freiheit einsetzen.

Am Anschluss des Films, um 21 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit dem Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer und dem Soziologen Armin Nassehi über die Themen des Films.

3sat, 12.7., 20.15 Uhr und in der Mediathek

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Netzgeflüster: Gestern Chaostage, heute Facebook-Partys

Juli 7, 2011 1 Kommentar

Erinnern Sie sich, liebe Leser, noch an die neunziger Jahre, an die großen und kleinen Chaostage, die während der Sommer in schöner Regelmäßigkeit in deutschen Städten feucht und laut über die Bühne gingen und manchmal auch viele Scherben hinterließen? Treffen von Punks und anderen Jugendgruppen waren das, die (fast) spontan organisiert wurden über Flugblätter, Fanzines und Mundpropaganda und die oft begleitet wurden von aufgeregten Berichten in Zeitung und Fernsehen, die so dann unfreiwillig für zusätzliche Werbung sorgten. Das Internet, das damals noch in den bekannten Kinderschuhen steckte, spielte dabei noch keine große Rolle. Es sorgte aber zuweilen schon für zusätzliche Verwirrung, wenn darüber gestandene Journalisten, Politiker und Polizisten, die von dem Netz meist rein gar nichts verstanden, böse mit gezielten Falschinformationen veräppelt wurden. Ein Spielchen, das man besonders eindrucksvoll am Beispiel der Chaostage in Hannover 1995 studieren kann.

weiter im HAZ-Netzgeflüster

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Die Wahrheit über Facebook

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Facebook: Erst denken, dann klicken

Na, das ist ja prima. Wie ich kürzlich in dem vorzüglichen Blog von Fefe gelesen habe, gibt es Sklaven inzwischen zum Schleuderpreis. Verlinkt in dem Blog wird auf einen recht ausführlichen CNN-BerichtDemnach kostet ein Sklave heutzutage nur noch durchschnittlich 90 Dollar, während man vor 200 Jahren den Gegenwert von heutigen 40.000 Dollar hätte bezahlen müssen. Der Grund für diese nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Entwicklung liegt vor allem in dem enormen Bevölkerungszuwachs in den ärmsten Regionen der Welt. Anders gesagt: der Mensch ist heute kaum noch etwas wert. Zumindest dann, wenn er eh schon arm ist.

Solche Dinge erfährt man eigentlich nur via Internet. Und viele drücken dann bei solchen Berichten gleich den „Gefällt mir“-Button, damit ihre sogenannten Freunde bei Facebook auch davon erfahren. weiter geht’s im HAZ-Netzgeflüster

 

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Netzgeflüster: Live-Getwitter aus Ägypten

Februar 2, 2011 1 Kommentar

Nein, die Berichte bei Facebook und Twitter sind alles andere als objektiv oder abgewogen. Sie sind, wie in diesem Medium üblich, zutiefst subjektiv, bisweilen ungerecht oder manchmal sogar falsch. Dennoch geben sie die Stimmung besser, ja greifbarer wieder, als es der x-te routiniert abgespulte Fernseh- oder Zeitungsbericht kann und will. Und keiner wird ja gezwungen, die 140 Zeichen kurzen Twitter-Nachrichten oder die im Vergleich dazu wesentlich längeren Facebook-Schilderungen zu lesen. Ganz im Gegenteil, man muss sie sogar (kostenlos) abonnieren, um sie lesen zu können.

Mittendrin im Geschehen ist auch ein deutscher Blogger: der Münchner Technik-Journalist Richard Gutjahr, der beim Ausbruch der Ereignisse gerade zufällig in Israel gewesen ist und kurzerhand beschlossen hat, von dort aus ins nahe Ägypten zu fliegen. Auf eigene Rechnung, um dann via Twitter und in seinem Blog über das zu berichten, was er vor Ort mit eigenen Augen sieht. Inzwischen hat Gutjahr auch übrigens einige Berichte an Sender der ARD verkaufen können beispielsweise an „EinsLive“. Dazu Gutjahr über Twitter: „Gute Frage der EinsLive-Kollegin: Bist du neutral? Spontane Antwort: Nein. Das sind wir Journalisten selten. Wir sagens nur nie.“

Trotz einiger dieser Berichte über Telefonverbindungen an Sender in Deutschland ist sein Hauptmedium jedoch Twitter. Dort veröffentlicht er kurze Impressionen, veröffentlicht aktuelle Bilder und nennt interessante Links, wesentlich ausführlicher ist Gutjahr natürlich in seinem Blog, in dem er nach der Aufhebung der ägyptischen Internetsperren am vergangenen Mittwoch nun wohl auch öfter wieder schreiben kann. Eine kleine nette Kostprobe vom Kairoer Platz der Befreiung: „Wo ich herkomme, wollen die Männer wissen. München. ,Bayan München!’ rufen sie begeistert, und ich muss für die nächsten 5 Minuten so tun, als sei ich der größte Fan, ach was, ein persönlicher Freund von Schwaischtaiga, Miro Kchlose und natürlich Oliva Kchan.“

Dazu noch ein paar Links. Gutjahrs Blog: gutjahr.biz/blog/ Und bei Twitter erreicht man ihn über: twitter.com/#!/gutjahr Immer aktuelle Berichte aus Ägypten gibt es bei Facebook unter: Operation Egypt

Netzgeflüster: Protest gegen guten Geschmack

Demonstriert wird heutzutage ja gegen fast alles. Selbst gegen Bahnhöfe! Und es gibt in diesem Zusammenhang sogar Fragen, die spalten unsere Gesellschaft – nicht nur die, die bei Facebook organisiert ist, sondern überhaupt und überall. Und Stein des strittigen Anstoßes sind beispielsweise Spekulatius, die manche das ganze Jahr über kaufen und essen möchten, während andere empört die Nase rümpfen, wenn sie solche leckeren Weihnachtsartikel bereits im September im Regal ihres Supermarkts entdecken. Und wenn die so Empörten im Netzwerk Facebook unterwegs sind, dann gründen sie dort natürlich eine Protestgruppe wie „Boykott sämtlicher Weihnachtsartikel bis kurz vor 1. Advent“ (BsWbkv1A). Solche Gruppen kosten ja nichts und die Mitgliedschaft in ihnen ist völlig unverbindlich und – ja auch das – im Grunde folgenlos. weiter geht’s im HAZ-Netzgeflüster

Netzgeflüster: Es stinkt zum Himmel

Je heißer es wird, desto verrückter werden die Leute. Nicht nur in den USA, sondern auch und erst recht bei uns. Mit dem neusten sommerlichen Medien-Knüller ist nun Ursula Frerichs, Präsidentin des Unternehmerverbands für mittelständische Wirtschaft, an den Start gegangen. In einem Interview mit Focus.de fordert die hoffentlich wohlriechende Dame tatsächlich die Pflicht der Arbeitnehmer zur Deodorant-Benutzung. Und als Kontrolle regelmäßige Stippvisiten durch Dritte, durch, wie es heißt, eine „Deopolizei“, die dann schnüffelnd durch die Abteilungen geht. Vermutlich lassen sich für diesen Job auch Hunde, sogenannte Deo-Dogs, abrichten, die auf die Dauer bestimmt billiger wären. Mehr zu diesem sinnfreien Vorschlag, der nicht nur zum Himmel stinkt, gibt es hier.

Schnüffel, schnüffel, aber es geht noch Verrückter. Weiter geht’s im HAZ-Netzgeflüster

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