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Posts Tagged ‘Hannover-Oststadt’

Rosa Elefanten

Juni 8, 2013 1 Kommentar

Um die Killer-Krähen aus der List ist es ja in der letzten Zeit wieder verdächtig ruhig geworden. Dass diese Rabenvögel sich ausgerechnet diesen Stadtteil ausgesucht haben, um verrückt zu spielen, hat mich als Oststädter übrigens gar nicht gewundert. Wir dagegen haben rosa Elefanten, die mindestens einmal am Tag über die Bödekerstraße laufen. Das behauptet jedenfalls die ältere Frau, die dieses ungewöhnliche Schauspiel gern von der kleinen Holzbank aus vor dem Zeitschriftenladen bei uns um die Ecke beobachtet. Und da sie felsenfest davon überzeugt ist, wird da schon was dran sein.

Aber bei uns in der Oststadt gibt es natürlich nicht nur rosa Elefanten, sondern auch Krähen. Sie sind aber im Unterschied zu denen in der List richtig friedliche Gesellen und greifen daher auch keine Passanten an. Und der bei uns bekannteste Vertreter dieser Rabenvögel ist Rudi. Sein Revier sind die Kastanien vor der Dreifaltigkeitskirche und die Bäume an der Bödekerstraße, die der letzten Baumsanierung durch das städtische Grünflächenamt nicht zum Opfer gefallen sind.

Dort also residiert Rudi. Und hat dabei stets den schon erwähnten Zeitschriftenladen im Auge. Der Besitzer wirft ihm nämlich gern Hundeleckerlis zu, und besonders mag der Rudi die Kringel der Sorte Frolic. Zwei davon kann er gleichzeitig mit seinem Schnabel schnappen und abtransportieren. Was für eine Krähe gar nicht so leicht ist. Aber trotz solcher Kunststücke mögen nicht alle den Rudi. Die Frau von der Änderungsschneiderei beispielsweise ist nicht mehr gut auf ihn zu sprechen, seitdem er sich bei einem von ihr auf einer Leine gehängtem Fell zupfend bedient hat. Und auch die vorbeispazierenden Hunde lieben ihn vermutlich nicht, weil er ihn gern zugeworfene Leckerlis vor der Schnauze weg klaut.

Doch das sind ja alles Kinkerlitzchen im Vergleich zu den Terror-Krähen aus der List. Die sind mir aber gerade völlig egal, weil die Sonne scheint und ich ins Café um die Ecke gehe. Und vielleicht habe ich ja Glück und die rosa Elefanten auf der Bödekerstraße laufen vorbei. Das würde mich bei dem schönen Wetter gar nicht wundern.

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Wellensittiche

Warum NDR 1 – Radio Niedersachsen bei allen Hörerumfragen immer wieder ganz vorne liegt, das habe ich nie verstanden. An der Musikauswahl kann es ja nicht allein liegen. Obwohl der Sender inzwischen auch moderne Titel von den Beatles oder den Flippers spielt. Auch der Ortsnamenforscher, der täglich das Geheimnis von Ortsnamen lüftet, ist gewiss populär. Genau wie die Entenjagd, die der Sender zweimal täglich veranstaltet. Aber kann das wirklich den Erfolg von Radio Niedersachsen ausmachen? Nein! Verantwortlich für die Beliebtheit dieser niedersächsischen Radiowellen sind nämlich vor allem die Wellensittiche unseres Landes.

Das erfuhr ich kürzlich, als wir abends Besuch aus der Nachbarschaft hatten. Es war kurz vor Zehn, draußen dämmerte es schon mächtig, als plötzlich unsere Besucherin sagte, dass sie mal kurz rüber in ihre Wohnung gehen müsste, um Licht anzuschalten. Sonst, erzählte sie, würden ihre beiden Wellensittiche einschlafen und morgens entsprechend früh aufwachen. Was ganz schön nerven könnte.

Das brachte mich zwar schon ein wenig ins Grübeln, aber es kam noch mental härter. Als unsere Besucherin nach etwa einer Viertelstunde zurück war, erfuhr ich von ihr, dass ihre Wellensittiche noch andere Macken – pardon! – Vorlieben hätten. Sie hörten, berichtete sie, den ganzen Tag Radio Niedersachsen. „Und wehe ich schalte mal einen anderen Sender ein.“ Dann würden die putzigen Gesellen sofort auf den Putz hauen, laut herummeckern und herumkrakeelen. „Das ist dann nicht auszuhalten.“

Also dudelt den ganzen Tag in einer Wohnung in unserer Oststadt Radio Niedersachsen. Und vermutlich nicht nur bei uns im Stadtteil, sondern im ganz Land bei Leuten mit Wellensittichen. Was dann ja auch die hohe Einschaltquote des vogelfreundlichen Senders erklärt. Und ich war richtig froh, dass unser Mops Oskar bei jeder Musik friedlich vor sich hin schnarcht. Nicht auszudenken, wenn er auf Radio ffn oder Antenne Niedersachsen stünde.

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Die sind wech!

Februar 3, 2011 3 Kommentare

Wer hat sich das denn ausgedacht? Über Nacht waren sie nämlich plötzlich weg die fünf Altglascontainer, die offensichtlich seit Menschengedenken an unserem alten Bunker gegenüber der Dreifaltigkeitskirche gestanden haben. Dass sie sogar noch vor dem Bunkerbau dort gewesen sind, ist jedoch vermutlich nur ein Gerücht. Zwar sind die Container nicht ganz verschwunden, sondern nur umgezogen auf die andere Straßenseite, wo sie nun in einer Parkbucht unter einem Baum stehen und dort genau drei der seltenen Parkplätze in unserer Oststadt versperren.

Dennoch ist dieser überaus radikale Eingriff in unser beschauliches Stadtbild nun in unserer Nachbarschaft Gesprächsthema Numero Eins, wie mir auch der Zeitungshändler um die Ecke bestätigt hat. Schon früh morgens tauchte dort ein älterer Herr auf, der irritiert feststellte: „Die sind wech!“ Eine Aussage, die noch am selben Vormittag von einem Kunden mit holländischem Immigrationshintergrund und entsprechendem Akzent bestätigt wurde: „Glas ist wech!“ Beide haben natürlich schlicht übersehen, dass die Container gar nicht ganz „wech“, sondern eben nur ein bisschen „wech“ sind.

Doch mit diesem Fehlurteil waren die zwei beileibe nicht allein. Als ich gegen Mittag kurz mit unserem Mops Oskar Gassi ging, habe ich gleich erstaunliche vier Leute beobachten können, die auf dieses „Wechsein“ schwer verunsichert reagiert haben. Obwohl man eigentlich schon von weitem sehen kann, dass die Container umgezogen sind, gingen sie zielgenau mit Taschen oder Beuteln voller Altglas auf die nicht mehr vorhandenen blechernen Ungetüme zu, wollten – wie offenbar seit Jahrzehnten (Ja, die hat bestimmt schon der Führer dort hingestellt!) – gerade ihre Flachen entsorgen, um dann verwundert festzustellen: Die sind wech. Und noch verwundert schauten danach alle vier um sich: achselzuckend, ein wenig bedröppelt und äußerst ratlos.

Ich habe dann natürlich diesen Leuten geholfen mit hilfreichen Fingerzeigen. Eine Hilfe, die die verunsicherten Altglasentsorger auch gern annahmen. Aber, habe ich mich dabei gefragt, wenn jetzt schon nicht mehr auf Altglascontainer Verlass ist, auf was kann man sich dann überhaupt noch verlassen? Und wer hat sich das denn überhaupt ausgedacht?

die gibt’s nur noch bei Google Street View

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Osterferien

März 25, 2010 1 Kommentar

einfach.alles.sauber.

aha!

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UFO über Hannover

März 23, 2010 5 Kommentare

Foto: Gespenstische Szenen am Oststadt-Himmel Hannovers, im Vordergrund die Dreifaltigkeitskirche, im Hintergrund die Eiger-Nordwand (?)

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CeBIT: Die Welt von morgen von der Oststadt aus gesehen

Neuheiten, Messe olé und anderen PR-Firlefanz kann man am Tag vor der CeBIT zum Glück noch vernachlässigen. Das holen wir dann ab morgen nach in unserem täglichen CeBIT-Tagebuch „Die Welt von morgen von der Oststadt aus gesehen“. Heute jedenfalls erscheint diese angeblich „morgige Welt“ alles andere als verheißend. Nein, ganz im Gegenteil! Das Bild, das die Webcam vom „Messe Hannover South Entree“ gegen 14 Uhr zeigt, wirkt verwaschen und verschwommen. Gebäude erscheinen vernebelt. Und menschliche Gestalten (Messemenschen?) drohen gar zu ersaufen in einer düsteren Brühe aus gleichsam finsteren Gedanken, die sich wie immer nur um Gewinnmaximierung drehen. Da bleibt man doch am liebsten gleich zuhause in der Oststadt. Kocht sich dort einen Kaffee oder pellt sich ein Ei und denkt an schönere Tage.

PS. Nur seines sollte man auf keinen Fall tun: Sich das heutige Spiel anschauen von Hannover 96, dem Absteiger und Oberlangweiler der Liga.

wird fortgesetzt …

CeBIT ertrinkt im hässlichen Dunst des Profitdenkens

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