Archiv

Posts Tagged ‘sylvester stallone’

Kritik: Shootout – Keine Gnade

Hollywoods alte Haudegen können es einfach nicht lassen. So hat kürzlich erst Arnold Schwarzenegger mit „The Last Stand“ sein Kino-Comeback gefeiert, momentan ist Bruce Willis in „Stirb Langsam 5“ zu sehen und jetzt kommt Sylvester Stallone mit „Shootout – Keine Gnade“ in unsere Lichtspielhäuser. Ein Film, den zudem mit Walter Hill ein Altmeister des Genres in Szene gesetzt hat. Dem heute 71-Jährigen verdanken wir Klassiker wie „Red Heat“ oder „Last Man Standing“, außerdem hat er 1982 mit „Nur 48 Stunden“ das moderne Buddy Movie erfunden.

Auch in „Shootout“ kämpfen zwei völlig unterschiedliche Charaktere, die sich im Verlauf des Films erst kennen und dann schätzen lernen, gegen finstere Mächte. Dabei spielt Stallone den Auftragskiller Jimmy Bobo. Zusammen mit seinem Partner Louis tötet er bei einem Job einen korrupten Polizisten, lässt aber aus sentimentalen Gründen eine Augenzeugin am Leben. Was Jimmys Auftraggeber überhaupt nicht gefällt, die daraufhin Louis ermorden und einen Killer (Jason Momoa) auf Jimmy ansetzen. In der Zwischenzeit ist am Ort des Geschehens, New Orleans, der koreanisch-stämmige Washingtoner Polizist Taylor Kwon (Sung Kang) gelandet, um den Mord an dem Polizisten zu untersuchen. Aber auch er wird offenbar von einem Killer verfolgt. Als ausgerechnet sein Hauptverdächtiger Jimmy ihm dann das Leben rettet, schließen die beiden sich notgedrungen zusammen und kommen einer gigantischen Verschwörung auf die Spur.

Das klingt vielleicht etwas kompliziert, erzählt wird jedoch in Wirklichkeit eine recht simple Geschichte, wie man sie dutzendfach zuvor schon im Kino gesehen hat. Was jedoch nicht weiter stört, da Stallone selbst die banalsten Szenen stets mit einem coolen Spruch („Bang! Treffer! Versenkt!“) witzig zu retten weiß. Nett ist das Zusammenspiel der beiden Helden: Jimmy, der ausschließlich auf die Macht seiner Fäuste und seines Revolvers setzt. Und dem jungen Taylor, dessen liebste Waffe sein Smartphone ist. Da auch die zahlreichen Actionszenen von Hill gewohnt gekonnt inszeniert sind, ist der Film für Freunde des Genres ein unterhaltsamer Spaß.

Shootout – Keine Gnade, Regie: Walter Hill, USA 2013, 92 Min., FSK: 16

Kritik: The Expendables 2

Je oller desto doller – das ist heimliche Devise von „The Expendables 2“. Und obwohl die Helden dieses von Simon West inszenierten Films die Fünfzig mit wenigen Ausnahmen bereits weit überschritten haben, ist auch dieser Streifen wie sein Vorgänger ein großer Publikumserfolg. Nicht nur die älteren Zuschauer mögen halt die alten Recken, die der 66jährige Sylvester Stallone hier versammelt hat. Allen voran Dolph Lundgren, Bruce Willis, Chuck Norris, Arnold Schwarzenegger, Jean-Claude van Damme und der Jungspund Jason Statham sowie die junge Hübsche Nan Yu. Zudem stehen diese schlagkräftigen Typen für ein Actionkino, das einfach nur mit viel Radau und Getöse die Leute hat unterhalten sollen, und das sich nicht wie heute meist auf irgendwelchen ernsten philosophisch-psychologischen Metaebenen herumturnend verirrt.

Spaß ist also Programm. Und da ist die Geschichte mehr als zweitrangig. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Expendables (Deutsch in etwa die „Entbehrlichen“), eine Eliteeinheit um Barney Ross (Stallone). Gleich zu Anfang absolviert sie im fernen Nepal eine absurd gefährliche Befreiungsaktion. Kaum daheim in den USA wartet auf sie ihr Chef (Willis) mit dem nächsten brisanten Job. Diesmal geht es Plutonium, das sich der Oberschurke Villain (van Damme) unter die Nägel reißen will. Und als bei dem Einsatz ein Mitglied der Expendables von dem Ganoven ermordet wird, gibt es für die harten Kerle nur noch eins: „Suchen, finden, töten“. Der Rest ist eine Schneise der Verwüstung.

Neben der vorwiegend handgemachten Action ist aber das Schöne, das Witzige an diesem Film der sichtbare Spaß, den alle Akteure beim Drehen gehabt haben, und die wunderbare Selbstironie, mit der sie sich ständig selbst durch den Kakao ziehen. Herrlich beispielsweise wie Chuck Norris mit seiner Internet-Berühmtheit spielt, die ihm übermenschliche Fähigkeiten zuschreibt. Oder wie Schwarzenegger seinen legendären Satz „Ich bin zurück“ variiert. Er ist es dann auch, der am Schluss feststellt, dass sie allesamt längst eigentlich ins Museum gehörten. Doch da irrt der alte Terminator gewaltig. Eine Fortsetzung der „Expendables“ ist schließlich bereits in Planung.

Expendables 2 – Regie: Simon West, USA 2012, 104 Min., FSK: ab 18

%d Bloggern gefällt das: