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Vincent Kliesch: Der Todeszauberer

Das ist nun schon sein zweiter Streich. „Die Reinheit des Todes“, sein Debütroman und gleichzeitig der Auftakt einer geplanten Trilogie rund um den Berliner LKA-Ermittler Julius Kern, erschien im vergangenen Jahr, war ein großer Überraschungserfolg und schaffte es sogar bei Amazon auf die Krimi-Bestseller-Liste 2010. Und nun hat Vincent Kliesch, der auch als Comedian arbeitet, den zweiten Teil veröffentlicht: „Der Todeszauberer“ (Verlag Blanvalet, 8,99 Euro). Ein Buch, bei dem es nicht nur für einen Komiker von Anfang an erstaunlich hart zur Sache geht. Und das daher für empfindsame Seelen eher nicht geeignet ist.

Erneut wird Kommissar Kern mit einem Serienmörder konfrontiert, der in der ganzen Republik schon 17 Frauen rituell getötet hat, unter anderem mit Hammerschlägen an die Schläfe, was ihm in der Öffentlichkeit den Namen Schläfenmörder eingebracht hat. Jetzt hat er im wahrsten Sinne des Wortes in Berlin zugeschlagen. Und Kern, ein Spezialist für komplizierte Fälle, muss ermitteln. Dabei wird er unterstützt von der bayrischen Fall-Analytikerin Eva Fuchs. Und dann erhält unser Kommissar einen anonymen Brief. Doch Absender, das erkennt Kern schnell, kann nur der freigesprochene Massenmörder und sein Erzfeind sein: Tassilo Michaelis, bekannt bereits aus dem ersten Band der Trilogie. Michaelis bietet seine Hilfe bei der Suche nach dem Schläfenmörder an, verlangt aber eine ungeheuere Gegenleistung. Und dann schlägt der Serienmörder erneut zu.

Obwohl der Leser von Anfang an den Täter kennt, ist die Geschichte, die gegen Ende richtig Fahrt aufnimmt, spannend. Vor allem wegen des Psycho-Duells zwischen Kern und dem selbstsicher eleganten Michaelis, an das auch die Ehe des Kommissars zu scheitern droht. Dabei würde man sich wünschen, dass man mehr über Kern, über seine Person, seinen Charakter erfährt. So bleibt der Ermittler doch leider arg blass, ganz im Unterschied zu dem Serienmörder, dessen Vorgeschichte und dessen irre Motive glaubhaft geschildert werden. Aber Klieschs Schreibstil ist sowieso äußerst minimalistisch, Ausschmückungen sind nicht sein Ding, er beschränkt sich auf das Wesentliche. Und das ist dann durchweg spannend.

Vincent Kliesch liest am 19. September aus seinem Thriller in der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39, Beginn 19.30 Uhr

Weitere Termine gibt es hier.

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