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Kino: Camille – Verliebt nochmal!

Alles noch einmal auf Anfang stellen. Und dann entscheidende Fehler im Leben nachträglich korrigieren, davon träumen Menschen bisweilen gern. Vor allem wenn sie gerade mitten in einer tiefen Lebenskrise stecken. Und diese ungewöhnliche Chance erhält in „Camille – Verliebt nochmal!“ die Titelheldin. Eine Frau Anfang 40, die als Gelegenheitsschauspielerin jobbt, eine erwachsene Tochter hat und gerade von ihrem Mann (Samir Guesmi) nach 25-jähriger Ehe verlassen wird. Als sie auch noch von ihm aus ihrer gemeinsamen Wohnung geworfen wird, trinkt sie noch mehr als sonst schon üblich und bricht abends auf einer Party betrunken zusammen.

Doch dieser tragische Beginn verwandelt sich in dem Film der Französin Noémie Lvovsky, die auch das Drehbuch geschrieben hat und die Hauptrolle spielt, plötzlich in ein Kinomärchen, wie es ganz ähnlich 1986 Francis Ford Coppola mit „Peggy Sue hat geheiratet“ schon einmal erzählt hat. Unsere Camille wacht nämlich nach ihrem Zusammenbruch am nächsten Morgen auf in einem Krankenhaus: als 16-jähriges Mädchen, dem die Welt noch offen steht. Plötzlich lebt es wieder bei ihren Eltern, muss morgens zur Schule und hat erste kleine Affären.

Doch da die junge Frau immer noch das Bewusstsein (und für den Kinozuschauer auch das Aussehen) der 40-jährigen Camille hat, versucht sie nun alles anders, alles besser zu machen. Vor allem in der Beziehung zu ihrem späteren Mann, den sie jetzt als Schülerin erneut kennen lernt. Und dem sie anfangs verzweifelt versucht, aus dem Weg zu gehen, um bloß nicht wieder die gleichen Fehler zu begehen. Doch so einfach, das zeigt dieser in Frankreich vom Publikum und der Kritik gefeierte Film auf sentimental komödiantische Weise, lässt sich die Vergangenheit nicht korrigieren. Die Wege der Menschen sind gleichsam vorgezeichnet. Und daher ist es wohl das Beste, man lernt, mit seinem Schicksal bewusst umzugehen. Das klingt ein wenig resignativ, liefert hier aber auch dank der hervorragenden Schauspieler beste und durchaus überraschend optimistische Kinounterhaltung.

Camille – Verliebt nochmal!, Regie: Noémie Lvovsky, Frankreich 2012, 115 Min., FSK: 0

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