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Horst Eckert: Schwarzlicht

Einen wunderbaren Intrigen-Stadl entwirft Horst Eckert in seinem neuen Krimi. In „Schwarzlicht“ geht es um einen ermordeten Ministerpräsidenten, korrupte Politiker, illegale Parteispenden. Und selbst die Polizei wird von politischen Karrieristen dominiert. Dann gibt es noch einen Abhörskandal. Die sexuellen Vorlieben des Ermordeten und seiner Witwe spielen eine nicht unbedeutende Rolle. Und auch das Berliner Kanzleramt, das von „Mutti“ geführt wird, mischt in diesem Sumpf irgendwie mit, schließlich stehen Wahlen an.

Um seinen Job ist unter diesen Umständen der Ermittler Vincent Veih jedenfalls nicht zu beneiden. Der noch recht junge Beamte ist neuer kommissarische Leiter der Düsseldorfer Mordkommission und wird am Anfang mit einem Brand auf einer Baustelle konfrontiert. Drei ukrainische Billig-Arbeitskräfte sind dabei umgekommen, vermutlich weil der verantwortliche Unternehmer, ein einflussreicher Düsseldorfer Baulöwe, an den Sicherheitsvorkehrungen gespart hat. Die Medien wittern einen Skandal. Und Veih gerät bei seinen Ermittlungen von allen Seiten unter Druck. Der nimmt noch zu, als in einer Luxuswohnung der Ministerpräsidenten tot aufgefunden wird. Das Appartement gehört dem schon erwähnten Baulöwen, der es dem Politiker offenbar für seine Seitensprünge zur Verfügung gestellt hat. Alles spricht anfänglich für einen Selbstmord, aber Veih hat Zweifel an dieser These. Er findet bald auch erste Indizien, die für einen gewaltsamen Tod sprechen, und beginnt trotz des Widerstandes seiner Vorgesetzten zu ermitteln.

Der Fall, von dem der ehemalige Fernsehjournalist und inzwischen mehrfach ausgezeichnete Krimiautor hier erzählt, ist gewiss thematisch ein wenig überfrachtet. Aber er bleibt bis zum Schluss so packend, dass man das Buch zwischendurch am liebsten nicht aus der Hand legen würde. Zudem gibt es zahlreiche amüsante Anspielungen an reale Personen, von Uwe Barschel bis zu dem präsidialen Ehepaar Wulff. Und vor allem ist einem der wacker ermittelnde Vincent Veih, der mit einem höchst komplizierten Familienhintergrund zu kämpfen hat, von Anfang an sympathisch. So konsequent scheut er bei seiner Arbeit kein Fettnäpfchen. Und dass er bei alldem auch noch mitten in einer eigenen Beziehungskrise steckt, versteht sich inzwischen ja von selbst. Die deutsche Polizei braucht einfach mehr professionelle Paartherapeuten.

Horst Eckert: Schwarzlicht, Wunderlich, 384 Seiten, 19.95 Euro. Der Autor liest am 1. Oktober aus seinem Roman in der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39. Beginn: 19.30 Uhr

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,
  1. Oktober 14, 2013 um 2:04 pm

    Eine sehr schöne und übersichtliche Zusammenfassung, die die Spannung aufrecht erhält🙂

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